Der grosse Schnee

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Das illustrierte Kinderbuch “Der grosse Schnee” geschrieben von Selina Chönz und illustriert von Alois Carigiet ist sowohl eine Abenteuergeschichte von der Schwester Flurina und dem Bruder Ursli, als auch eine kulturelle Erkundung der traditionellen ‘Schlitteda’. Die Schlitteda findet im Oberengadin zwischen Januar und Februar statt wo wunderschöne und traditionelle Schlitten von Pferden durch die Winterlandschaft gezogen werden. Währenddessen haben die Begleiter der Schlitten die traditionelle Engadinertracht an.

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Die Erzählung beginnt im tiefsten Winter in einem Bergdorf des Engadins wo Flurina und Ursli mit ihren Eltern leben. Dadurch dass es so fest schneit finden die Tiere kein Futter mehr, weshalb Flurina zu einem alten Nadelbaum geht, um ihnen regelmässig Futter zu bringen. Währenddessen bereitet sich Ursli für das Schlittedafest vor. Er malt den Schlitten Enzianblau an und poliert die kleinen Glöckchen bis sie von Gold schimmern. Ursli gibt seiner Schwester den Auftrag “Wollenzötteli” für den Schlitten zu organisieren, welche es nur im nächsten Dorf gibt. Obwohl Flurina sich weigert gibt sie jedoch nach und macht sich auf den verschneiten und kalten Weg in das nächste Dorf. Während sie heil in dem anderen Dorf ankommt, ist der Heimweg zurück ein wahrhaftes Abenteuer. Es schneit so fest, dass Flurina den Weg nicht mehr sieht, sich verläuft und fast von einer Lawine überrumpelt wird. Glücklicherweise erkennt sie jedoch den alten Fütterbaum und sucht darunter Unterschlupf. Zur gleichen Zeit beginnt sich Ursli Sorgen um seine Schwester zu machen und macht sich mit Skis auf die Suche. Nach langem Suchen und peitschenden Schnee findet er Flurina bei dem Baum. Er nimmt sie sich huckepack auf seinen Rücken und gemeinsam fahren sie auf den Skis zurück nach Hause. Am nächsten Tag machen Flurina und Ursli den Schlitten fertig und haben den Schönsten von dem ganzen Schlitteda Umzug. Leider ist durch den Sturm der Fütterbaum gestürzt jedoch pflanzen die beiden im Frühjahr einen neuen.

Auch dieses Bilderbuch dient alt Träger der Kultur und wirbt für den traditionellen Brauch der Schlitteda. Dies kann auch gut mit “Schellenursli” verbunden werden, denn dort ist Chalandamarz das zentrale Thema. In beiden Fällen verkörpert die Kinderliteratur die traditionelle Kultur des Engadins und veranschaulicht die ungewöhnlichen und einzigartigen Bräuche.