Flurina & das Wildvöglein

 

Flurina und das Wildvöglein

Die Kindergeschichte “Flurina und das Wildvöglein” wurde von Selina Chönz geschrieben und Alois Carigiet illustriert. Flurina ist die Schwester von Ursli und findet ein kleines verwaistes Wildvöglein während sie durch die Natur streift. Als sie realisiert, dass die Mutter des Vögleins vom Fuchs geschnappt wurde, entscheidet sie sich es gesund zu pflegen und sobald es stark genug ist, die Freiheit wieder zu schenken. Sie versucht es mit ihren Hühnern aufzuziehen, jedoch verstossen die Hühner das kleine Tierchen. So kümmert sich Flurina noch mehr um das Kleine. Sie schenkt dem Wildvöglein ein kleines rotes Band, welches es um das Beinchen trägt und geniesst ihre Zeit mit ihrem neuen Haustier. Jedoch erlebt sie auch mehrere Abenteuer. Zum Beispiel muss sie das Kleine vor einem grossen Raubvogel mit einem Rächen beschützen und ab und zu entschlüpft ihr auch das Wildvöglein. Flurina ist sehr traurig, als ihre Eltern und ihr Bruder Ursli ihr befehlen, das nun gesunde und starke Vöglein in die Freiheit zu lassen. Schweren Herzens tut sie es. Jedoch kam es immer wieder zurück zu Besuch, worüber sie Flurina immer freute. Eines Tages, als das Wildvöglein mehrere Tage nicht aufgetaucht ist, entscheidet sich Flurina es zu suchen und geht auf die abenteuerliche Reise in die Berge. Verzweifelt sucht sie es und gibt schliesslich auf. Jedoch findet sie einen Schatz, welcher sie aufmuntert: eine wunderschöne Anhäufung von Bergkristallen, welche sie mit nach Hause bringt. Mehrere Tage vergehen ohne ein Zeichen des Wildvögelchens bis auf einmal eine Schar über Flurina herüber fliegt. Als sie die Vögel beobachtet fällt das rote Band ihres Wildvögelchens in ihre Hand und Flurina sieht erfreut wie es glücklich in der Luft herum zwitschert.

Diese Erzählung ist ähnlich aufgebaut wie “Schellenursli” indem auch Flurina sich auf ein Abenteuer in die Berge macht. Dies suggeriert wie Chönz und Carigiet oft den Fokus auf die Bergwelt lenken, welches sehr wahrscheinlich der stereotypischste Aspekt des Engadins und der Schweiz generell ist und erzielt somit eine internationale Verbindung. Jedoch macht diese Geschichte auch auf die naturellen Schätze der Natur aufmerksam: zum Beispiel der Bergkristall. Als kleines Kind mochte ich die Geschichte “Flurina und das Wildvöglein” mehr als “Schellenursli” und nicht nur weil sie eine weibliche Heldin ist, sondern auch durch den glänzenden Bergkristall. Und ich vermute, dass ich nicht das einzige Kind war, welches von dem Schatz angetan ist. Es ist an dieser Stelle wo die Kinderliteratur die absolute Aufmerksamkeit der jungen Leserschaft hat und wird somit ein sehr schlauer Stimulus der Geschichte. Zudem charakterisiert der Bergkristall auch die Mineralien und Fruchtbarkeit der Alpen, welche das Engadin zeichnet. Dies wird wieder relevant für die erwachsene Leserschaft, welches Teil der These ist.